Wer ein E-Bike mit Shimano-Motor über 25 km/h hinaus unterstützen lassen möchte, stößt schnell auf drei Wege: einen Tuning-Chip, eine Konfigurations-App eines Drittanbieters oder einen Software-Lizenzcode. Jeder Weg hat Vor- und Nachteile, und nicht jeder passt zu jedem Motor. Hier bekommst du einen ehrlichen Überblick, auch dort, wo unser eigener Code nicht passt.
Kurz zusammengefasst
- Chip: funktioniert bei vielen Shimano-Motoren, muss aber am Motor eingebaut werden.
- App: kein Einbau, der Funktionsumfang hängt aber stark von Motor und Firmware ab.
- Lizenzcode: kein Einbau, echte Tachoanzeige, rücksetzbar. Derzeit nur für EP6 (EP600) und EP8 (EP800).
Vorab: Was du ganz ohne Tuning einstellen kannst
Bevor du über Tuning nachdenkst, lohnt ein Blick in die offizielle Shimano E-TUBE-App. Bei vielen Motoren kannst du dort die Unterstützungsstufen anpassen, also wie kräftig und wie schnell der Motor einsetzt. Bei neueren Motoren wie dem EP6 und dem EP801 bietet Shimano zusätzlich einen Feinabstimmungsmodus. Das Rad fühlt sich damit oft deutlich spritziger an. Die Grenze von 25 km/h ändert die offizielle App aber nicht. Wer mehr will, braucht einen der drei Wege unten.
Weg 1: Tuning-Chip
Ein Tuning-Chip ist ein kleines Modul, das zwischen Motor und Geschwindigkeitssensor gesteckt wird. Dafür musst du in der Regel die Kurbel und die Motorabdeckung abnehmen. Viele Chips lassen sich über die Lichttaste oder eine App ein- und ausschalten.
- Vorteile: für viele Shimano-Generationen erhältlich, auch für ältere STEPS-Motoren (E5000 bis E8000) und je nach Hersteller für den EP801. Kein Computer nötig.
- Nachteile: Einbau am Motor mit Werkzeug. Bei manchen Modellen zeigt das Display bei aktivem Tuning nicht mehr die echte Geschwindigkeit. Der Chip muss für deinen genauen Motor gemacht sein, sonst passt er nicht. Ein Hersteller weist etwa ausdrücklich darauf hin, dass sein EP8-Chip nicht mit dem EP801 funktioniert.
Weg 2: Konfigurations-App eines Drittanbieters
Es gibt inoffizielle Apps, die sich per Bluetooth mit Shimano-Motoren verbinden und mehr Einstellungen zulassen als die offizielle App. Sie stammen nicht von Shimano.
- Vorteile: kein Einbau, teilweise viele Einstellmöglichkeiten.
- Nachteile: Was genau geht, hängt stark von Motor und Firmware ab. Nutzer berichten, dass für Änderungen an der Geschwindigkeitsgrenze je nach Motor zusätzliche Hardware nötig ist. Lies vor dem Kauf genau, was für deinen Motor und deine Firmware-Version zugesagt wird.
Weg 3: Software-Lizenzcode
Beim Lizenzcode wird die Unterstützungsgrenze direkt in der Motorsoftware angepasst. Du verbindest dich per Bluetooth über eine Aktivierungsseite im Browser, gibst den Code ein und wählst die Grenze.
- Vorteile: kein Einbau, kein Kabel. Der Tacho zeigt weiter die echte Geschwindigkeit. Die E-TUBE-App bleibt nutzbar. Jederzeit rücksetzbar.
- Nachteile: Derzeit nur für EP6 (EP600), bis ca. 45 km/h, und EP8 (EP800), bis ca. 32 km/h. Du brauchst ein Android-Smartphone oder einen Windows-PC mit Bluetooth, iPhone und Mac gehen nicht. Ohne Bluetooth am Rad muss zuerst der Shimano-Adapter EW-EN100 nachgerüstet werden.
Die drei Wege im Überblick
| Chip | App | Lizenzcode | |
|---|---|---|---|
| Einbau am Motor | ja | nein | nein |
| Echte Tachoanzeige | je nach Modell | je nach App | ja |
| EP6 / EP8 (EP800) | je nach Chip | je nach Firmware | ja |
| EP801 | je nach Chip | je nach Firmware | derzeit nein |
| Ältere STEPS (E5000–E8000) | je nach Chip | je nach Firmware | nein |
| Rückgängig machen | Chip ausbauen | je nach App | über die Aktivierungsseite |
Welcher Weg passt zu dir?
- Du hast einen EP6 oder EP8 (EP800) und ein Android-Handy oder einen Windows-Laptop: Der Lizenzcode ist der einfachste Weg ohne Werkzeug. Wie die Aktivierung genau läuft, steht im Ratgeber Shimano EP6 & EP8 entdrosseln.
- Du hast einen EP801 oder einen älteren STEPS-Motor: Unser Code passt derzeit nicht. Hier bleiben Chip oder App. Achte darauf, dass der Anbieter deinen Motor ausdrücklich nennt.
- Du willst eigentlich nur mehr Kraft am Berg: Probier zuerst die Unterstützungsprofile in der offiziellen E-TUBE-App. Das verändert die 25-km/h-Grenze nicht.
Für alle Wege gilt
- Garantie: Die Herstellergarantie auf das Antriebssystem kann entfallen.
- Updates: Ein Software-Update von Shimano oder beim Händler kann jedes Tuning beeinflussen.
- Sicherheit: Bremsen, Reifen und Rahmen sind für 25 km/h ausgelegt. Höheres Tempo verlängert den Bremsweg und erhöht den Verschleiß.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich EP800 und EP801?
An der Modellnummer auf dem Motorgehäuse oder in der E-TUBE-App: DU-EP800 oder DU-EP801.
Ist ein Chip „besser“ als ein Lizenzcode?
Nicht grundsätzlich. Ein Chip passt zu mehr Motoren, braucht aber Einbau. Der Code ist einfacher, passt aber nur zu EP6 und EP800.
Kann ich mich vorher beraten lassen?
Ja. Schreib uns Hersteller, Modell, Motor und Baujahr an info@escooterunlock.com. Wenn unser Code nicht passt, sagen wir dir das offen.
Zum Code: Tuning für Shimano EP6 & EP8 – Lizenzcode per Bluetooth.
Wichtiger rechtlicher Hinweis
Unsere Tuning-Lizenzcodes sind für Hobby- und Sportfahrer gedacht, die ihr Fahrzeug auf abgesperrtem Privatgelände oder geeigneten Strecken nutzen – mit Zustimmung des Eigentümers bzw. Betreibers.
In Österreich und Deutschland ist ein so verändertes Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr nicht zugelassen. Betriebserlaubnis bzw. Typengenehmigung und Versicherungsschutz erlöschen, gegebenenfalls auch die Fahrberechtigung; die Herstellergarantie kann entfallen.
In anderen Ländern informiere dich bitte vorher selbst über die Rechtslage. Auch dort ist grundsätzlich davon auszugehen, dass die Nutzung im öffentlichen Straßenverkehr nicht zulässig ist. Das gilt für jede Art von Tuning, auch für Chips und Apps. Trage bei höheren Geschwindigkeiten immer Helm und Schutzkleidung.
Shimano ist eine Marke ihres jeweiligen Inhabers. Wir stehen in keiner Verbindung zum Hersteller; unser Lizenzcode ist mit den genannten Systemen kompatibel, aber kein offizielles Herstellerprodukt.
Stand: 22.10.2026